Egofreundschaft
“kannst du mir für heute Abend Geld leihen, ich bin nich so flüssig gerade”..
Jo kein Problem, wie viel willste haben? “Haste 15 €?”.
Jo klar, viel Spass heut Abend. Lass dir ruhig Zeit mit dem Geld”.
“Zeit” ist anscheinend ein sehr dehnbarer Begriff, Ich habe das Geld heute noch nicht.
“Du hast doch das geile Shirt da, weisste, das mit dem blau-weißen Motiv drauf”.
Ja schon.
“Kann ich das heut Abend ma anziehen?Ich find das so cool”
Ja kannst machn, musste dir aber noch bügeln..
“Kein Problem, danke”.
“Ausleihen” ist nach dieser Erfahrung anscheinend auch ein sehr dehnbarer Begriff,
Ich habe das Shirt vor ca. 3 Wochen ausgeliehen. Besonders ärgerlich, wenn es zudem eines meiner
Lieblingsshirts ist.
Um zum Thema zu gelangen: Was ist Freundschaft heutzutage? Anscheinend etwas, das nicht mehr
auf Gegenseitiger Zuneigung basiert, sondern eher darauf, den Anderen bestmöglich auszunutzen,
ohne sich dabei besonders schlecht zu fühlen, denn es ist ja ein “Freund”, welcher da schon
drüber hinwegsehen wird.
Urpsrünglich sollte Freundschaft doch auf Geben und Nehmen basieren, man gibt dem einen etwas
und bekommt dafür etwas Anderes. Sei es nur, einem ein Geheimnis anzuvertrauen. Im Gegenzug dazu
erwartet man dann, dass dieses Geheimnis auch wirklich ein Geheimnis bleibt.
Also: Ich “gebe” ein Geheimnis, und “nehme” mir dafür, dass dieses dann geheim und nur bei dieser
Person bleibt.
Wobei man beim Thema “Vertrauen” wäre. Freundschaft sollte auf Vertrauen basieren.
Zugegebenermaßen etwas schwierig, wenn das Vertrauen durch Beispiele wie Geld “leihen” oder
Shirt “leihen” gebrochen wird.
Soll ich der Person noch einmal vertrauen, wenn ein Vertrauensbruch getätigt wurde?
Und genau das Beispiel mit dem Geheimnis ist ein essentieller Teil, auf dem Ich Freundschaft aufbaue.
Ohne Vertrauen in die andere Person ist eine Freundschaft nicht möglich.
Dabei spielt auch Entfernung keine Rolle. Solange ich mir sicher bin, dass ich der Person vertrauen kann,
ist die Entfernung nebensächlich.
Um zur ursprünglichen Frage zurück zu kommen: Schon Jean-Jaque Rousseau sagte,
dass Freundschaft nur eine bestimmte Art von Egoismus sei.
Man versucht, aus allem das Bestmögliche heraus zu holen. So erhofft man sich aus Freundschaft
immer den Vorteil zu schlagen, also das Beste für einen selbst.
Etwas zurück zu geben ist hierbei lediglich ein notwendiges Übel, um das man nicht drumherum kommt,
sonst würde ich die andere Person ausnutzen.
Zugegeben, diese Ausführung ist etwas schwammig, und auch sprachlich nicht unbedingt ein Meisterwerk,
aber ich versuche ja lediglich, meine unnützen Gedanken an den Mann zu bringen, um vielleicht
zum Denken anzuregen.
Currently Listening To: Chiodos - The Words “Best Friend” Become Redefined
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- Published:
- 3.30.08 / 4Uhr nachmittags
- Category:
- Human Relation
- Tags:
- Freundschaft, Vertrauen
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